Von:
Lisa Schürmann

e-lob.de

Wenn jemand stirbt, der uns nahe stand … Wenn wir unsere Arbeit verlieren oder bei einer Prüfung durchfallen … Wenn das Leben so ganz anders läuft, als wir es uns erträumt hatten … Wenn Leid und Elend der Welt uns die Luft zum Atmen zu nehmen scheinen … All dies sind Situationen, in denen wir uns Gott zuwenden. In Verzweiflung, Resignation und Schmerz bitten wir um göttlichen Beistand, um Zuversicht und Kraft. Aber kommt uns in solchen Momenten in den Sinn, Gott zu loben? Ihn mit Liedern zu preisen? Uns an der Herrlichkeit seiner Schöpfung zu freuen?

Aber kommt uns in solchen Momenten in den Sinn, Gott zu loben? Ihn mit Liedern zu preisen? Uns an der Herrlichkeit seiner Schöpfung zu freuen?

Was uns in Europa oft fern erscheint, ist für viele Menschen in anderen Teilen der Erde selbstverständlich: auch in Momenten der Trauer und Verzweiflung loben sie Gott. Frauen aus dem westafrikanischen Land Kamerun haben dem Lob Gottes im Jahr 2010 sogar ihren Gottesdienst zum Weltgebetstag gewidmet. „Alles, was Atem hat, lobe Gott“ lautete der Titel ihrer Liturgie, die damals rund um den Erdball gefeiert wurde:

Hallelujah. Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner starken Feste. Lobt ihn um seiner machtvollen Taten willen, lobt ihn in seiner gewaltigen Größe. Lobt ihn mit Hörnerschall, lobt ihn mit Harfe und Leier. Lobt ihn mit Trommel und Reigentanz, lobt ihn mit Saiten und Flöte. Lobt ihn mit klingenden Zimbeln, lobt ihn mit schallenden Zimbeln. Alles, was Atem hat, lobe den Herrn. Hallelujah. (Psalm 150)

Armut, Hunger, Korruption und Gewalt gegen Frauen: Das Leben von Frauen und Mädchen ist oft hart in Kamerun – wie in vielen anderen Ländern unserer Erde. Die Nähe Gottes aber gibt ihnen – und uns – Kraft, das Leben zu meistern. Ein Leben, das uns allen von Gott geschenkt wurde. Daran erinnert uns jeder einzelne Atemzug. Mit jedem Atemzug ist Gott uns nahe: „Alles, was Atem hat, lobe Gott.“

Das Lob Gottes ist also nicht nur Menschen vorbehalten, die keine Sorgen und Probleme haben. In Elend und Unterdrückung können wir uns ebenso lobend an Gott wenden wie in Momenten der Freude. Glückliche und Unglückliche sollen den Herrn loben: Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen. (Psalm 34, 2-4)

Wir können und dürfen Gott also nicht nur dann loben, wenn etwas gut läuft. Manchmal erleichtert uns gerade in schweren Zeiten allein das Lob – das Wissen um Gottes Nähe – schon das Herz. Jeder Atemzug ist ein Zeichen für uns, dass es Hoffnung gibt. Wir können Gott vertrauen. Gott verlässt uns nicht.